Der Hamburger Jugendserver

Eine Reise durch Hamburgs dunkle Geschichte

Ausflug mit der Mädchengruppe der MOTTE e.V. ins „Hamburg Dungeon“

Am 30.05.2012 fand endlich der Ausflug ins Hamburg Dungeon statt. Nachdem in den Monaten davor einige Sachen dazwischen kamen, waren wir froh uns nun endlich auf einen Termin geeinigt zu haben. Insgesamt waren wir 7 Jugendliche, im Alter von 12 bis 18 Jahren, und unsere Betreuerin Sigrun.

Zu Anfang wurde noch ein nettes Gruppenfoto von uns gemacht, bevor man uns mit den Worten „Frohes Verrecken!“ weitergehen ließ. In dem Raum danach, mussten wir, mit mehreren anderen Leuten, die nun zu unserer Gruppe gehören würden, eine ganze Weile warten (bzw. wir hatten genug Zeit, uns die Regeln des Dungeons, mehrere Male durch zu lesen), bis eine ziemlich merkwürdig aussehende Frau (oder 'Kreatur', wie sie im Dungeon heißen) an uns vorbei schlich und einigen aus unserer Gruppe bereits ziemliche Angst einjagte. Glücklicherweise hatte Sigrun eine Tüte Haribo im Gepäck, die sie der Frau anbot. Dadurch wurde sie zumindest einen Moment von uns Jugendlichen abgelenkt.

Kurz darauf erhielten wir endlich Einlass in einen großräumigen Fahrstuhl, der uns mit ziemlich viel Geruckel in 'die Abgründe des Hauses' fuhr. Unser erster Halt war eine Bibliothek, wo uns noch einige weitere Regeln mit auf den Weg gegeben wurden („Nimm dich in Acht vor dunklen Ecken“ - „Gehe niemals als letzter den Gang entlang“ usw.) und uns außerdem die einzelnen Stationen unserer 'Reise' genannt wurden. Danach ging es weiter in die Folterkammer, wo erneut eine dieser seltsamen Kreaturen auf uns wartete. Diese schnappte sich ein Pärchen, das sich in unserer Gruppe befand, um die Frau in einen Käfig zu sperren und dem Mann, der an einen Stuhl gefesselt wurde, die schlimmsten Foltermethoden anzutun, sollte seine Freundin nicht ihr dunkelstes Geheimnis verraten. Allerdings hatte sie offenbar keines, weshalb wir alle weitergehen durften in den nächsten Raum, während ihr Freund fürs erste noch in der Folterkammer bleiben musste.

Im nächsten Abschnitt erwartete uns der große Brand von Hamburg, wo uns eine Kreatur erklärte, dass es während des Brandes, gerade für ihn, als nicht gut verdienenden Milchmann, wirklich lohnenswert war, in die verlassenen Häuser einzusteigen und sämtliche Wertsachen mitzunehmen. Um zum nächsten Raum zu gelangen mussten wir einen dunklen Weg entlang gehen, während um uns herum Kulissen des Brandes standen und der Milchmann Freude daran hatte uns immer wieder durch offene Fenster zu erschrecken. Letzten Endes kam sogar wieder unsere Haribo-Tüte zum Einsatz, mit der wir ihn bestechen konnten, um uns durchzulassen.

Die nächste Station war die Inquisition, wo ich als Erste Vortreten 'durfte'. Ich machte mich gleich zu Anfang beliebt, da ich bereits fluchend zur Anklagebank ging. Aber mal abgesehen davon, warf mir die Inquisitorin noch zwei weitere begangene Sünden vor (Völlerei und Eitelkeit), außerdem Verschwendung von Lebensmitteln (da ich mein Essen mit jemandem geteilt hatte, der nicht mit im Dungeon war) und unterlassene Nächstenliebe. Nach mir mussten sich noch zwei weitere Leute zur Anklagebank begeben, bevor es weiterging in eine Art Spiegellabyrinth. Auf dem ersten Blick gab es offenbar nicht mal einen Ausgang, erst auf dem zweiten Blick (bzw. nachdem man einmal im Kreis gegangen war) hatte sich eine Tür geöffnet und wir folgten einer Kreatur in einen Untersuchungsraum, wo uns an einer Leiche (natürlich keine echte) die Symptome der Beulenpest gezeigt wurden.

Im Raum danach, wurden wir zur Piratencrew 'befördert', um Klaus Störtebeker zu befreien. Letzten Endes wurden wir allerdings von unserem Kapitän verraten und sollten eigentlich geköpft werden, jedoch wurde zuvor Klaus Störtebeker geköpft und da er kopflos an uns vorbeilief, waren wir wieder frei und durften weitergehen.

Da wir gerade beim Thema Meer und Schiffe waren, war die nächste Attraktion, die Geschichte um den Klabautermann, passend gewählt. Danach kam die Sturmflut von 1962. Dazu gehörte auch eine kleine Fahrt mit der Wasserbahn. Wenn es nicht so dunkel gewesen wäre, hätte es eigentlich eine ganz entspannende Fahrt sein können. Nachdem wir das Boot wieder verlassen hatten, begaben wir uns zum Zuchthaus (meiner Meinung nach die gruseligste Attraktion). Zunächst sollten wir alle um einen Käfig herum Platz nehmen. In diesem Käfig saß ein in Ketten gelegter Mann. Als wir alle saßen, flackerte plötzlich das Licht und der Mann stand ohne Fesseln in seinem Gefängnis. Als das Licht dann plötzlich aus und nur für einen kurzen Moment wieder an ging, war die Käfigtür offen und der Mann stand vor uns. Da es dann wieder dunkel wurde, wussten wir nicht wo er sich nun befand. Hinter jedem Stuhl befand sich ein Lautsprecher, sodass es sich anhörte, als würde er direkt hinter uns entlang gehen.

Zum Glück war auch diese Attraktion bald vorbei und wir kamen zur letzten Attraktion: Der sogenannte Sturzflug in die Hölle. Leider war es uns nicht möglich von dieser Attraktion noch die Bilder zu kaufen, die von uns in dem Moment geschossen wurden, als der freie Fall nach unten begann.

Nach diesem Sturz, war unser Ausflug durch Hamburgs Geschichte vorbei und während wir noch im Souvenirladen stöberten und draußen ein paar Fotos schossen, verarbeiteten wir noch sämtliche Eindrücke und Schrecken, die uns die letzten 90 Minuten eingejagt hatten.

Ein Projektbericht von Christina
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