Der Hamburger Jugendserver

Wie wird mir in der Beratungsstelle geholfen? Und was erwartet mich in einer Therapie?

Die Beraterinnen und Berater sind zur Verschwiegenheit verpflichtet. Alles, worüber du sprichst, wird vertraulich und anonym behandelt. So kannst du sicher sein, dass keinerlei Informationen ohne dein Wissen und ohne deine Zustimmung an deine Eltern, deine Ärztin/deinen Arzt oder andere Personen weitergeleitet werden. Dies werden sie nur bei akuter Lebensgefahr tun. Du kannst offen und ehrlich über das zu sprechen, was dich bewegt. Welche Fragen und Wünsche hast du und was möchtest du verändern? Du kannst sicher sein, dass du ernst genommen und verstanden wirst. Die Beraterinnen/Berater werden dich dabei unterstützen, Antworten auf deine Fragen zu finden und mit dir gemeinsam Wege überlegen, wie du deine Probleme am besten in den Griff bekommst. Möglicherweise wird es sinnvoll sein, eine ambulante oder stationäre Therapie zu machen. Die Beratungsstellen haben die entsprechenden Adressen und sind bei der Vermittlung behilflich. Ebenfalls erfährst du dort Adressen von Selbsthilfegruppen in deiner Nähe. Die Beratungen sind kostenlos.

Die Entscheidung für eine Psychotherapie oder einen Klinikaufenthalt ist kein leichter Schritt, denn es erfordert immer Mut, sich intensiv mit seinen Problemen auseinanderzusetzen. Doch oft ist eine Psychotherapie die sinnvollste Behandlung. Eine seelische Erkrankung entwickelt sich über einen langen Zeitraum und hat vielschichtige Ursachen. Es braucht Zeit und Geduld, um sie zu beheben. Gerade weil du selbst zu verstrickt in dein Problem bist, ist der unvoreingenommene Beistand von Therapeutinnen und Therapeuten hilfreich. Du kannst der Therapeutin oder dem Therapeuten alles erzählen, was dich belastet. Es geht nur um dich, deine Gefühle und deine persönliche Situation. Dabei bestimmst du selbst, worüber du wie tief reden möchtest. Manchmal kommen dabei schmerzhafte Gefühle hoch. Behutsam wird dich die Therapeutin oder der Therapeut unterstützen, mit diesen Gefühlen umzugehen.
Du solltest wissen, dass dich niemand zu einer Therapie zwingen kann. Du entscheidest dich freiwillig dazu. Du kannst die Therapie oder den Klinikaufenthalt zu jeder Zeit unterbrechen, beenden oder dir eine neue Therapeutin oder einen neuen Therapeuten suchen.

Deine Eltern können sich ebenfalls beraten lassen. Manchmal ist es sinnvoll, sie in die Therapie einzubeziehen, weil familiäre Faktoren die Entstehung und den Verlauf einer psychischen Erkrankung in gewissem Maße beeinflussen können. Aber auch hier gilt die Freiwilligkeit: Alle Beteiligten – an erster Stelle du selbst sowie deine Eltern und die Therapeutin / der Therapeut – müssen damit einverstanden sein.
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