Der Hamburger Jugendserver

Ich glotz TV!

Zum Welttag des Fernsehens am 21. November

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Am 21. November ist der Welttag des Fernsehens. Der Tag soll an das erste Weltfernsehforum 1996 erinnern.

Ziel des Weltfernsehforums ist es, den weltweiten Austausch von Fernsehprogrammen zu fördern, die sich unter anderem schwerpunktmässig mit Fragen wie Frieden, Sicherheit, wirtschaftliche und soziale Entwicklung und Förderung des Kulturaustauschs befassen.

 

Zum Gedenktag gibt's an dieser Stelle eine Reise durch die Geschichte des Fernsehens.

 

Fernsehen gehört für die meisten Menschen zum Alltag dazu und ist aus unser aller Leben nicht mehr wegzudenken. Ein Druck auf den Einschaltknopf und schon kann zwischen zahllosen TV-Programmen gewählt werden. Aber wer erfand das Fernsehen? Wie wurde Fernsehen zum Massenmedium und seit wann werden die Bilder in Farbe ausgestrahlt? 

 

Wer erfand das Fernsehen?

Die technischen Voraussetzungen für das Fernsehen wurden bereits im 19. Jahrhundert geschaffen. 1884 erfand Paul Nipkow eine spiralförmig gelochte Scheibe, die während der Rotation Bilder zerlegte und sie im Empfänger auf umgekehrte Weise wieder zusammenfügte. Damit schuf er die Grundlagen für die mechanische Bildübertragung.

Die ersten Bewegtbilder stammen wahrscheinlich aus dem Jahr 1924. In diesem Jahr erwarb der Leipziger Physiker und Elektrotechniker August Karolus ein Patent für die Lichtsteuerung bei der Fernsehbildübertragung. 1928 wurde das Fernsehen dann auf der Berliner Funkausstellung vorgestellt. 

In den 1930er-Jahren löste das Ikonoskop, ein Elektronenstrahl-Zerleger, die sogenannte Nipkow-Scheibe ab. Dabei kam die bereits 1897 von Ferdinand Braun erfundene "Braunsche Röhre" zum Einsatz, die die mechanische Bildabtastung durch ein elektronisches Verfahren ersetzte. Am 22. August 1931 zeigte der Hamburger ErfinderManfred von Ardenne auf der Berliner Funkausstellung das erste elektronische Fernsehgerät.

Wie waren die Anfänge des Fernsehens als Massenmedium?

In den 1930er-Jahren erkannten die Nationalsozialisten das propagandistische Potenzial der Fernseh-Technik und trieben die Entwicklung rasch voran. Bereits 1935 gab es in sogenannten Fernsehstuben den ersten regelmäßigen Programmbetrieb der Welt. Die Olympischen Spiele 1936 waren das erste Großereignis, das vom Reichsrundfunk live im Fernsehen übertragen wurde. Der Zweite Weltkrieg stoppte dann allerdings die Pläne der Nationalsozialisten, das Fernsehen zu einem Volksmedium auszubauen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg legten die Alliierten den Grundstein für die regionale Struktur und die öffentlich-rechtliche Organisation des Rundfunks. In der Nachkriegszeit war zunächst das Radio das wichtigste Medium. Mehrere Landesrundfunkanstalten begannen mit dem Sendebetrieb, der nach anfänglichen Kontrollmaßnahmen nach und nach in die Hände der deutschen Mitarbeiter abgegeben wurde. 1950 schlossen sich die Landesrundfunkanstalten in Westdeutschland zur Arbeitsgemeinschaft öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD) zusammen. Am 25. Dezember 1952 startete der Nordwestdeutsche Rundfunk in seinem Sendegebiet, das neben Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen auch Nordrhein-Westfalen umfasste, sein Fernsehprogramm. Bereits einen Tag später wurde die erste Tagesschau ausgestrahlt.

 

Wie wurde Fernsehen zum Massenmedium?

Gab es im Fernsehen zunächst nur täglich drei Stunden Sendezeit, waren es Ende der 1950er Jahre bereits fünf Stunden. Das Fernsehen war in erster Linie ein Bildungsmedium, das nur zu einem sehr geringen Teil unterhalten sollte. Live-Übertragungen standen zunächst selten auf dem Programm, sie waren sehr aufwendig zu produzieren. Wichtige Großereignisse, die live gezeigt wurden und die Massen vor die Fernseher lockten, waren 1953 die Krönung von Königin Elizabeth II. und die Fußballweltmeisterschaft 1954. In den 1960er Jahren wurde das Programmangebot sowohl im Osten als auch im Westen erweitert und variiert. Unter anderem kamen die dritten Programme mit Kultur-, Bildungs- und Regionalsendungen hinzu. Einige Krimis entwickelten sich zum Straßenfeger, dazu kamen aus den USA eingekaufte Serien.

Seit wann gibt es das Farbfernsehen?

Bis 1967 gab es die Fernseh-Welt nur in Schwarz-Weiß. Ingenieure tüftelten aber schon seit Jahren daran, bunte Bilder auf den Bildschirm zu bringen. 

Am 3. Januar 1963 wurde das erste Farbfernsehen nach dem PAL-System präsentiert.

Bis zur Einführung des Farbfernsehens in Deutschland vergingen aber noch mehr als vier Jahre. Am 25. August 1967 startet der damilige Vizekanzler Willy Brandt per Knopfdruck auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin offiziell das Farbfernsehen in Deutschland.

Damals besaßen nur etwa 6.000 Haushalte ein Fernsehgerät. Für den endgültigen Durchbruch des Farbfernsehens in Deutschland sorgte erst die Fußball-Weltmeisterschaft 1974, die viele Deutsche zum Anlass nahmen, ein Farbfernsehgerät zu kaufen.

Seit wann gibt es das ZDF?

Das Zweite Deutsche Fernsehen ging am 1. April 1963 als zentrale, von allen Bundesländern getragene Fernsehanstalt an den Start und brachte Schwung in die deutsche Medienlandschaft. Bereits in den 1950er-Jahren hatte sich die Regierung unter Konrad Adenauer einen zweites Programm gewünscht, das dem Bund unterstellt sein sollte. 1961 verbot allerdings das Bundesverfassungsgericht in seinem "Ersten Fernsehurteil" die Gründung eines Senders unter Einflussnahme der Bundesregierung. Das ZDF wurde schließlich auf Initiative der Ministerpräsidenten der Bundesländer durch einen Staatsvertrag als Programmalternative zu den Sendern der ARD begründet.

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Konkurrenz für ARD und ZDF: Das Privatfernsehen

Mitte der 1980er Jahre erfuhr das Fernsehen in Deutschland einen gewaltigen Einschnitt.1984 fiel der Startschuss für das kommerzielle Fernsehen, RTL und Sat.1 gingen auf Sendung. Zuvor waren die Übertragungskapazitäten durch Kabel- und Satellitenkanäle erweitert worden, denn die terrestrischen Frequenzen waren bereits von den öffentlich-rechtlichen Sendern besetzt.

Das Duale Rundfunksystem in Deutschland war geboren – mit den Privatsendern als Gegenpol zu den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF. 

Da die Privaten sich über Werbung finanzieren, wurden Einschaltquote und Marktanteil zum entscheidenden Kriterium für die Beurteilung einer Sendung oder eines Films. Das Publikum musste von nun an mit stets wiederkehrenden Werbeunterbrechungen des Programms leben.

Mit den Privaten kamen aber auch neue Programmformate wie Comedy, Reality-TV und Daily Soaps auf den Bildschirm, die dem Zuschauer bis dahin noch nicht im Fernsehen präsentiert worden waren.

Und noch ein Akteur betrat in dieser Zeit die Bildfläche: Im Februar 1991 startete der Sender Premiere sein Programm. Damit hatte das Pay-TV, für das der Zuschauer als Abonnent direkt bezahlt, auch Deutschland erreicht.

 

 

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Die Zukunft des Fernsehens - Wie schauen wir morgen?

Bill Gates hat dem Fernsehgerät den Tod vorausgesagt und lag damit meilenweit daneben. Immer noch sammelt sich die Familie abends vor dem Gerät, wenn sich auch beim Programm einiges geändert hat und noch ändern wird. Es ist nämlich nicht der Fernseher an sich, der an Bedeutung verliert, es ändert sich einfach die Art der Nutzung, was wesentlich auch durch die rasante Weiterentwicklung des Internets möglich wird.

Gerade junge Nutzer verzichten immer öfter auf einen Fernseher und nutzen die modernen Endgeräte, die sie ohnehin meistens dabei haben. Das sind neben den Smartphones auch Tablets und Notebooks. Dadurch wird das Fernsehen einerseits mobil und existiert andererseits neben dem Internet, gegen das es sich durchsetzen muss und mit dem es teilweise verschmilzt.

Immer mehr Menschen verwenden Fernsehen und Netz gleichzeitig. Dadurch reiht sich das lineare Fernsehprogramm, wie es bisher bekannt war, in eine Reihe anderer Services ein. Dennoch bleibt das Fernsehen etwas Besonderes, denn im Gegensatz zur aktiven Suche im Netz kann man sich „berieseln“ lassen und dabei entspannen, was die meisten Nutzer nach wie vor genießen.

 

Jeder macht sein Programm selbst

Enorm hohe Bandbreiten machen es möglich: Das Internet ist allgegenwärtig und sowohl in der Hosentasche als auch über den TV immer greifbar. Dabei erleben Streamingdienste einen ungeahnten Aufschwung, existieren aber nicht mehr nur neben dem TV, sondern verschmelzen mit ihm. Die Video- und Musikinhalte, Filme und YouTube-Clips werden immer öfter direkt auf dem TV abgerufen, der dafür lediglich internetfähig sein muss. Auch stehen zahlreiche Apps auf dem Gerät zur Verfügung, wodurch sich eine ganze Welt eröffnet.

Mit einem Klick wird alles kombiniert und nach Belieben hin und hergezappt. Informationen, Filme, Chats, Bestellungen, Wettermeldungen und lokale Neuigkeiten, Connected TV ermöglicht die extrem flexible Nutzung auf nur einem Gerät: dem Großbildschirm im Wohnzimmer, der durch sein Format und die Wiedergabequalität überzeugt. Allerdings verliert das lineare Fernsehen deutlich an Wichtigkeit.

Inhalte streamen, wann immer man will und die Lieblingssendung dann anschauen, wann man selbst Zeit hat, nicht wenn sie ausgestrahlt wird. Diesen Luxus gönnen sich immer mehr Nutzer und bringen das lineare Fernsehen dadurch in Bedrängnis. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass der klassische Fernsehsender oder die Fernsehzeitschriften ausgedient haben. Stattdessen wird es immer wichtiger, die Inhalte in einer Mediathek vorzuhalten, wo sie dann nach Bedarf (und im besten Fall ohne lästige Werbeunterbrechungen) abgerufen werden können. VoD-Dienste wie Netflix und Amazon Prime werden weiterhin wachsen, doch die Fernsehsender haben ebenfalls eine Chance, in Zukunft mitzumischen.

Die Zukunft des Fernsehens wird also mit großer Wahrscheinlichkeit in einer hybriden Nutzung aus klassischem Fernsehen und dem Video-on-Demand liegen, die durch moderne Smart TV möglich werden. Und es gibt ein Merkmal, bei dem sich die modernen Fernsehgeräte deutlich hervortun, und das ist die Größe. Moderne Geräte bieten selbst auf sehr großen Diagonalen eine hervorragende Auflösung, was wesentlich entspannteres Fernsehen, Streamen und Zappen möglich macht, als es die kleinen und mobilen Geräte bieten können.

 

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Also halten wir es wie Nina Hagen und singen...

Ach, ich schalt' die Glotze an
Happiness, Flutsch-Flutsch, Fun Fun
Ich glotz' von Ost nach West zwei, fünf, vier
Ich kann mich gar nicht entscheiden
Ist alles so schön bunt hier!


Ich glotz' TV!

 

 

Bildnachweise: Testbild © OpenCLipart-Vectors auf Pixabay; Kermit © javallma auf Pixabay; Netflix © mjimages auf Pixabay; Typ auf Sofa © conmongt auf Pixabay

 

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