Der Hamburger Jugendserver

Graffiti-Projekt

„700 Jahre – Leben in Ottensen“ Projektbericht von Yusuf

Das Projekt, das wir eigentlich in den Maiferien durchführen wollten, mussten wir aus organisatorischen Gründen verschieben. Es hat jetzt am ersten Septemberwochenende (4./5.9.2010, jeweils 12 bis 17 Uhr) stattgefunden.

10 Jugendliche hatten sich angemeldet, es sind dann aber doch nicht alle erschienen. Deshalb haben wir das Angebot geöffnet, so dass noch Jugendliche, die am Samstag auf dem Kemal-Altun-Platz waren, mitmachen konnten. Insgesamt haben sieben Jungen und zwei Mädchen im Alter von 12 bis 19 Jahre teilgenommen.

Angeleitet wurde das Projekt von mir, da der ursprünglich eingeplante Sprayer im September keine Zeit hatte und ein anderer, der eigentlich zugesagt hatte, kurzfristig verhindert war. Unterstützt wurde ich von einer Mitarbeiterin der MOTTE, am Sonntag auch noch von einer Praktikantin.

Am Samstag haben wir erst einmal geübt. Wir haben die Mauer am Fußballplatz mit großen Papierbahnen beklebt und nach einer kurzen Einführung konnte jeder ausprobieren, was er wollte. Danach haben wir gemeinsam für den nächsten Tag ein Bild geplant und uns auf Farben geeinigt. Weil wir nur wenig Zeit hatten und uns nicht ausführlicher mit Geschichte Ottensens auseinander setzen konnten, entschieden wir uns, einfach ein „Happy Birthday“ bzw. „Happy B-Day“ auf einem Zug zu sprayen. Das war auch schon Arbeit genug.

Am Sonntag haben wir früher begonnen und erst mal die ganze Mauer weiß gestrichen. Danach habe ich die Umrisse für die Schrift festgelegt, so dass alle den Hintergrund und die Schriftfarben sprayen konnten. Das war schwieriger als es sich anhört. Die meisten hatten vorher keine Sprayerfahrung und konnten sich die einzelnen Arbeitsschritte nicht immer vorstellen. Mit vereinten Kräften haben wir es dann aber gut hinbekommen.

Als das Hauptmotiv fertig war (das mit dem Zug wäre zu kompliziert geworden und wir haben es dann gelassen), konnten alle die seitlichen Freiflächen noch eigenständig füllen. So konnten auch alle noch mal ihre individuellen Ideen umsetzen.

Mit dem Ergebnis sind alle sehr zufrieden. Zwischendurch gab es Zweifel, ob es wirklich ein cooles Bild werden würde, aber auf den Fotos kann man sehen, dass es für eine Gruppe von Jugendlichen mit wenig oder keiner Vorerfahrung richtig gut geworden ist. Besonders ein zwölfjähriger Junge, der in seiner Freizeit immer auf dem Platz spielt, war sehr stolz und konnte gar nicht glauben, dass er etwas so „profimäßiges“ gemacht hatte.

Alle hatten Spaß beim Sprayen, zum Glück hatten wir auch tolles Wetter. Zwischendurch haben wir immer wieder Gespräche mit anderen Nutzer/innen des Platzes geführt, die sehr interessiert an dem Projekt waren – Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Es ist toll, dass es über solche Projekte, die Möglichkeit gibt, legal und in Ruhe zu sprayen und dass die Bilder dann auch von vielen richtig wahrgenommen und gewürdigt werden.
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