Der Hamburger Jugendserver

Lehrgang Holzschnitzen

Projektbericht von Johannes Brabandt

Meine Freunde und ich wollten schon immer einmal mit Holz arbeiten und baten deshalb den Jugendkulturrat Mitte uns zu helfen. Er stellte uns nicht nur die Materialien zur Verfügung sondern finanzierte auch noch einen Anleiter. Am 1. Mai trafen wir uns dann mit der Gruppe und dem ausgebildeter Geselle, Alex V. der uns in die richtigen Arbeitstechniken einwies. Vielen Dank dafür.

Alex brachte Holzbohlen mit, die wir aufbockten. Sie waren, wie er uns erklärte, teilimprägniert, weil sie so an der Oberfläche älter aussahen, obwohl sie frisch gesägt waren. So kamen später unsere Schnitzereien besser zur Geltung. Dann erklärte er uns, wie man mit den Werkzeugen umgeht. Es gibt verschiedene Werkzeuge, mit denen man das Holz bearbeitet, wie z. B. Hohleisen und Flacheisen, mit denen wir auch gearbeitet haben. Man kann die Eisen Senkrecht auf dem Holz ansetzen und leicht schräg einstechen. Wiederholt man das gegenüber, so entsteht eine V-förmige Einkerbung. Macht man das oft nebeneinander, kann man Zeichen, Figuren, etc. in das Holz schnitzen. Man kann das Flacheisen aber auch flach an das Holz ansetzen und einstechen, sollte aber darauf achten immer mit der Maserung zu arbeiten. Arbeitet man quer zur Maserung ist das deutlich anstrengender und das Holz splittert leichter.

Am einfachsten ging es, wenn man leicht quer über das Holz ging, und nicht genau auf der Maserung, da man sich sonst schnell auch mal in das Holz „reingefressen“ hat. Das kann das Holz zum Splittern bringen und man muss wieder neu ansetzen.

Bei dieser Technik entstehen, ähnlich der erstgenannten, wieder V-förmige Einkerbungen. Mit einem Hohleisen mit kleinem Radius kann man in U-Form in das Holz einschnitzen, indem man es Flach an das Holz ansetzt und, möglichst mit der Maserung arbeitet. Man kann die Eisen mit der Hand Führen und einstechen oder auch, und das vor allem bei hartem Holz, mit dem Hammer auf den Griff schlagen, wobei man mit de anderen Hand das Eisen auf dem Holz führt. Wir haben erst auf einer Bohle probiert, währenddessen Alex uns in einem Buch über Runen gezeigt hat, wo man Früher Runen verwendete: Die Goten, die wahre Meister der Runenschnitzerei waren, konnten so fein schnitzen, dass z.B. Broschen mit hunderten von Einkerbungen und Durchbrüchen versehen waren. In der Gotik hat man Runen in Stein gehauenund im Barock hat man Häuser mit den kunstvollen Schnitzereien verziert.

Als wir einige Übung hatten, konnten wir anfangen, die Runen in das Holz zu schnitzen. Wir hatten sie vorher mit Kugelschreiber auf dem Holz vorhezeichnet. Wir nahmen uns jeder das Werkzeuge, das einem am besten gefallen hatte und fingen an zu schnitzen. Wir konnten in schönstem Sonnenschein arbeiten. Am Ende hatten wir mehrere Bohlen, auf denen Runen, Symbole und Bildchen waren. Wir haben uns gefreut, so tolle Muttertagsgeschenke zu haben. Wir können wirklich Stolz auf unsere Arbeit sein, da es sehr schön geworden ist, und sich auch niemand verletzt hat.
Wir danken dem Jugendkulturrat Mitte, der uns die Möglichkeit gegeben hat, so viel über Holzschnitzereien und die Technik zu lernen.
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