Der Hamburger Jugendserver

Wissen ist Macht. Nichts wissen, macht auch nichts?

Wisst Ihr, was Ihr nicht wisst? Wie kommt Ihr an die Informationen, die Ihr braucht und wer gibt Euch das Recht zu wissen?

 

Heute erscheint uns der Zugang zu Wissen und Informationen durch das Internet schier unendlich, doch ganz so ist es nicht um unser Recht auf Wissen gestellt.

Es gibt vergleichsweise wenig freie und demokratische Länder und selbst in diesen musste die Informationsfreiheit oft hart erkämpft werden.

Das Recht auf Informationen war über viele Jahrhunderte hinweg nur einer geringen Anzahl an Menschen vorbehalten. Schon die Schöpfungsgeschichte will uns lehren, dass das Naschen vom Baum der Erkenntnis zur Vertreibung aus dem Paradies führt.

Giordano Bruno wurde wegen seiner astronomischen Überlegungen im Jahr 1600 von der Inquisition verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Das gleiche Schicksal hatten zahlreiche Frauen und Männer, die als Hexen und Hexer hingerichtet wurden, weil sie als Zauberinnen und Zauberer bzw. als Heilerinnen, Heiler oder Hebammen tätig waren.

Der grandiose Film zum gleichnamigen Roman von Umberto Eco „Der Name der Rose“ (1986) handelt von einer Reihe von Mordfällen in einem Kloster, die sich um das Geheimnis einer gigantischen Bibliothek als Schatz des Wissens ranken. Nur der Bibliothekar darf sie betreten. Der Zugang zu diesem Wissensraum endet für viele tödlich.

 


 

Doch es gab in unserer Geschichte auch wichtige Errungenschaften, die Wissen zugänglich machten, wie etwa die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg im 15. Jahrhundert. Durch das gedruckte Wort erhielten sehr viel mehr Menschen Zugang zu Informationen als es vorher der Fall war.


 

Lassen es die politischen Verhältnisse denn auch zu, dass alle Menschen dieser Welt den freien Zugang zu Wissen erlangen können?

Wissen ist Macht. Informationen bemächtigen.

In der Vergangenheit und auch heute wird in Diktaturen oder in Staaten, die tendenziell unfrei sind, der Zugang zu Informationen behindert oder vehement verhindert.

George Orwell hat in seinem 1948 erschienen Roman „1984“ die bedrückende Vision eines totalen Überwachungsstaates beschrieben. In einem solchen Staat ist es verboten, sich einer anderen als der Staatsmeinung zu bedienen.

Artikel fünf des Grundgesetzes (Art. 5 GG) gibt uns in Deutschland das Recht auf freie Meinungsäußerung und auf einen freien Zugang zu Information. Er garantiert die Pressefreiheit, die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film und die Freiheit von Kunst, Wissenschaft, Forschung und Lehre.


 

Freier Zugang zu Informationen ist eng verknüpft mit freiem Journalismus und mit guten und gründlichen Recherchen. In vielen Ländern wächst der Druck auf die Reporterinnen und Reporter. So wurden und werden immer noch in zahlreichen Ländern Reporterinnen und Reporter, die Missstände aufdecken, bedroht und ermordet.

Wir erfahren es regelmäßig aus den Medien: die Restriktionen nehmen zu. Auch ganz in unserer Nähe.

Umso wichtiger ist es unser Recht auf Wissen und den freien und universellen Zugang zu Informationen hoch zu halten.


 

Heute (28. September) ist der Internationale Tag des Rechts auf Wissen – der „International Right to Know Day“.

Dieser Tag geht uns alle an! Heute geht es vor allem um das Recht auf Informationen und Hintergründe.

Vielleicht hast Du dich schon mal gefragt, was Politik und Verwaltung eigentlich dafür tun, dass es beispielsweise mehr Sportplätze gibt. Was passiert in Sachen Klimapolitik und welche Gesetze sind auf EU-Ebene in Vorbereitung?

Die Initiative zum heutigen Tag geht auf die Freedom of Information Litigation Conference im bulgarischen Sofia und das Jahr 2002 zurück. An dieser Konferenz nahmen – neben zahlreichen international tätigen FOI-Organisationen (FOI: Forum Informationsfreiheit) – auch Vertreter aus 15 nationalen Verbänden teil.

https://www.righttoknowday.net/en/idea/

Auch die Vereinten Nationen proklamierten den 28. September als den Internationalen Tag des universellen Zugangs zu Informationen.


 

Wir leben in einem freien Land und es gibt zahlreiche Gesetze, die den Zugang zu öffentlichen Informationen sichern. In Hamburg zum Beispiel garantiert uns das Transparenzgesetz ein Informationsrecht.

http://transparenz.hamburg.de/das-hmbtg/

Über die Gesetzgebung auf Bundesebene (Informationsfreiheitsgesetz des Bundes (IFG)) kann man sich auf der Website des Ministeriums des Inneren, für Bau und Heimat informieren.

https://www.bmi.bund.de/DE/themen/moderne-verwaltung/open-government/informationsfreiheitsgesetz/informationsfreiheitsgesetz-node.html.

Selbstverständlich ist Informationsfreiheit allerdings nicht.


Text: Svenja aus der JIZ-Redaktion

Bildnachwise: Buchcover - Von Klaus Detjen / unbekannter Miniaturenmaler - http://www.hanser-literaturverlage.de/buch/der-name-der-rose/978-3-446-13363-1/, PD-Schöpfungshöhe, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=9324494; Relief - Von Immanuel Giel - Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6945532; Grundgesetz - InstagramFOTOGRAFIN auf Pixabay; Verhaftung - Engin_Akyurt auf Pixabay; Graffiti - Jugendinfozentrum/Schuster

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