Der Hamburger Jugendserver

Hanau - Ein Jahr danach

In Erinnerung an den 19. Februar 2020


Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar, Kaloyan Velkov.

Am späten Abend des 19. Februars 2020 gab Tobias R., ein 42-jähriger Mann aus Hanau, am Hanauer Heumarkt und am Kurt-Schumacher-Platz in Hanau gezielt Schüsse ab. Ziele sind eine Bar, eine Shisha-Lounge und ein Lokal, in welchem sich vorwiegend Menschen mit Migrationshintergrund aufhalten. Dabei erschießt Tobias R. neun Menschen.

Nach der Tat stürmte ein Spezialkommando das Wohnhaus von Tobias R. Die Beamten finden im Gebäude die Leichen von Tobias R. und seiner Mutter.

Am Morgen des 20.02.2020 ist klar, dass es sich um einen terroristischen Anschlag mit rechtsextremem Hintergrund handelt.

Der Begriff „Rechtsextremismus“ ist seit den 70er Jahren ein fester Bestandteil in Politik, Medien und der öffentlichen Diskussion. Dabei ist der Begriff schwer zu definieren. Es gibt nicht den einen Rechtsextremismus. Er zeichnet sich viel mehr durch verschiedenste Ideologien und Weltbilder aus. Dazu gehören Rassismus, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Muslimfeindlichkeit, Homophobie und Verschwörungstheorien. Kennzeichnend für Rechtsextremisten sind häufig verschiedene rechtsextreme Symbole, Zeichen aus dem Nationalsozialismus, oder Anspielungen aus dem Nationalsozialismus. Aber auch offener Geschichtsrevisionismus spielt eine große Rolle. Zusammenfassend orientieren sich Rechtsextremisten an einer ethnischen Zugehörigkeit und vertreten antidemokratische Weltbilder.

Wenn ein Rechtsextremist oder eine rechtsextreme Gruppierung zur Verwirklichung seiner bzw. ihrer Ziele bewusst Anschläge auf Leib, Leben und Eigentum anderer Menschen verübt, spricht man von Rechtsterrorismus. Rechtsterrorismus ist politisch motiviert und geht von Gruppen und Personen aus, mit dem Ziel, den Rechtsstaat zu zerschlagen, die Gesellschaft zu spalten und einen antidemokratischen, menschenfeindlichen, nationalistischen Staat zu etablieren.

Rechtsextreme Gewalttaten und rechtsextremes Gedankengut spielen eine große Rolle in unser Gesellschaft und stellen eine große Gefahr für unsere Demokratie dar. Welche Gefahren von Rechtsextremismus ausgehen und wie verbreitet Rechtsextremismus in unserer Gesellschaft ist, könnt ihr euch in den folgenden empfehlenswerten Dokumentationen ansehen:
 


 


 


Auch ein Jahr nach dem Anschlag in Hanau bleiben noch viele Fragen offen. Wie konnte es zu so einer Tat kommen? Unterschätzen wir die Gefahr, die von gewaltbereiten rechtsextremen Gruppen und radikalisierten Einzeltätern ausgeht? Wie können wir auffällige Personen und Gruppen früher erkennen und Menschen schützen?

Der Spiegel hat mitreißende Interviews mit den Hinterbliebenen des Anschlags geführt. Es ist wichtig jenen Menschen eine Stimme zu geben und ihnen zuzuhören, damit wir als Gesellschaft dazulernen und diese Tat nicht vergessen.

www.spiegel.de > Hanau 19. Februar - Was die Familien der Opfer uns zu sagen haben

Dass Hanau kein Einzelfall ist und rechtsextreme, rassistische, fremdenfeindliche, antisemitische und islamophobe Gewalttaten zunehmen wird im folgenden Video klar.


Beitrag von Magnus aus der JIZ-Redaktion

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